Manifestationsfranco-allemandes les 6 et 22 novembre 2019

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6. November 2019, 19.30, Staatl. Bibl. Regensburg:
Lager und Kultur: kein Paradox!
Präsentation zweier Bände zu den französischen Kriegsgefangenen und

dt.-franz. Beziehungen im europäischen Kontext des Ersten Weltkriegs
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6. November 2019, 19.30 Uhr, Staatliche Bibliothek, Eintritt frei
Es sprechen der Kulturreferent, Friedrich Pustet, Bernhard Lübbers, Manfred
Weichmann (Übersetzer) und Isabella v. Treskow
Aus dem  Alltag gerissen, in einen mörderischen Krieg geschickt, von
einem  unberechenbaren Feind gefangen genommen: Das war das Schicksal
der   französischen Soldaten, die sich während des Ersten Weltkriegs in
einem   Lager auf dem Unteren Wöhrd in Regensburg wiederfanden und dort
  ausharren mussten, wenn sie nicht außerhalb zu beschwerlichen Arbeiten
   verpflichtet wurden. Einblicke in den Mikrokosmos Gefangenenlager
bietet   die Edition „Kulturgeschichtliche Forschungen zu Gefangenschaft
 und   Internierung im Ersten Weltkrieg“, deren erste beide Bände jetzt
  erscheinen. Am Mittwoch, den 6. November 2019, werden sie in der
Staatlichen Bibliothek Regensburg (Gesandtenstraße 13) der
Öffentlichkeit präsentiert. Unter dem Titel „Lager und Kultur: kein
Paradox!“ stellen die beiden Herausgeber Isabella von Treskow
(Professorin am Lehrstuhl für Französische und Italienische
Literaturwissenschaft an der Universität Regensburg) und Bernhard
Lübbers (Direktor der Staatlichen Bibliothek Regensburg) die Edition
vor.
Die fünfbändige Edition „Kulturgeschichtliche Forschungen zu
Gefangenschaft und Internierung im Ersten Weltkrieg“ geht aus dem
Forschungsprojekt „Mitten im Krieg“ hervor, das von der Staatlichen
Bibliothek Regensburg und dem Lehrstuhl für Französische und
Italienische Literaturwissenschaft der Universität Regensburg getragen
 und von der Stadt Regensburg gefördert wurde. Der erste Band, „Le Pour
  et le Contre“, nimmt die unlängst wiederentdeckte, vollständig
erhaltene   gleichnamige Lagerzeitung von 1916/17 in den Blick. Band 2
widmet sich   unter dem Titel „Kriegsgefangenschaft 1914–1919“ der
Kriegsgefangenschaft im Allgemeinen, der Begegnung zwischen Internierten
   verschiedener Nationen und Herkunft sowie der Briefkorrespondenz und
  Quellenauswertung. Thematisiert werden auch wenig bekannte Spezifika
wie   Lagergeld, Gefangenenbibliotheken und das kulturelle Lagerleben.
Beide   Bücher erscheinen im Verlag Friedrich Pustet und sind ab dem 6.
 November  2019 im Buchhandel erhältlich.
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22. November 2019, 19.30 Uhr, Haus der Begegnung, Hinter der Grieb:
Französische Stimmen zur KZ-Haft in Flossenbürg. Podcast-Präsentation ———————————–
Universität Regensburg, Haus der Begegnung, Hinter der Grieb
Fr., 22.11.2019, 19.30 Uhr, Eintritt frei
Podcast-Präsentation
Französische Stimmen zur KZ-Haft Flossenbürg.
Ein französisch-deutsches Projekt von Studierenden der Universität Regensburg
Plötzlich der bürgerlichen Existenz beraubt – das war das Schicksal von Menschen im
politischen Widerstand, von jüdischen Verfolgten und als asozial Internierten
während der NS-Zeit. Das Projekt bringt die Stimmen derer zu Gehör, die später
die Schrecken der KZ-Haft beschrieben. Kaum bekannt sind die Berichte aus
französischer Feder:
vom Widerstandskämpfer Henri Margraff aus Straßburg und Eliane Jeannin Garreau aus
Paris, beide im Widerstand, oder von Odette Spingarn, ebenfalls Pariserin, die
sich mit ihrer Familie in der Dordogne versteckte, bis sie nach Auschwitz und
in ein Flossenbürger Außenlager deportiert wurde. Sie sprang aus dem Todeszug
und rettete ihr Leben.
Wer kennt schon die feinfühlig und intelligent verfassten Erinnerungen des Priesters
Louis Poutrain, der Wehrdienstverweigerer versteckte? Wer weiß etwas von Carl
Schrade, der mit kleinen Gesten versuchte, als Kapo nicht gegen, sondern für
die Häftlinge zu handeln?
Französisch-Studierende präsentieren die von ihnen erstellten Podcasts, in deutscher und französischer Sprache (Overvoice): Ein „patrimoine franco-allemand“, ein
französisch-deutsches Erbe – so eine französische Studentin zu den Texten. Sie
nennt die Überlebenden « Zeugen der Menschlichkeit in den Lagern, Botschafter
der Demokratie für Europas Zukunft ».
Die Podcasts entstanden unter der Leitung von Prof. Dr. Isabella von Treskow, Universität
Regensburg, Romanistik, mit Unterstützung von Thomas Muggenthaler, BR.
Mitwirkende:
Es spricht der Präsident der Universität Regensburg, Prof. Dr. Udo Hebel
sowie Studierende; Prof. Dr. Isabella von Treskow; Thomas Muggenthaler, Bayerischer Rundfunk
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